13. Mai 2016. Dass der Wecker morgens um halb zwei klingelt, macht mir so gar nichts aus – Dank Jetlag-Prophylaxe. Wie immer brauche ich nicht viel Zeit, um mich fertigzumachen. Die knappe Stunde Fahrt bis zum Flughafen vergeht schnell. Morgens um diese frühe Zeit ist noch nicht viel los auf der Autobahn.

Düsseldorf – Paris

Von Düsseldorf geht es erst einmal nach Paris. Dort habe ich fünf Stunden Aufenthalt. Obwohl ich lange Umsteigezeiten bevorzuge, ist das doch sehr lange. Aber den Flug mit drei Stunden habe ich nicht mehr bekommen und reichlich eine Stunde war mir viel zu knapp.

flugzeug

Vorbereitung des Flugzeuges

 

Nunja, der Flughafen Paris ist groß und eigentlich vergeht die Zeit bis zum Weiterflug nach Seoul ziemlich schnell.

flughafen paris

Abflug-Monitor Paris

 

Paris – Seoul

Dann sitze ich im Flieger nach Seoul. Abflug am Nachmittag. Ankunft am frühen Morgen in Seoul. Eine blöde Konstellation, aber nicht anders machbar. Ich gebe alles, um im Flugzeug zu schlafen. Es klappt wie immer nicht. Also entspanne ich so gut wie irgend möglich. Dann endlich Landeanflug auf Seoul.

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Anflug Incheon, Südkorea

Ankunft Seoul

Incheon

Ankunft in Südkorea

 

Bei der Ankunft in Seoul besiegt die Neugier auf das fremde Land die Müdigkeit.

Aufgrund meiner ausgiebigen Recherchen weiß ich genau, was jetzt zu tun ist. Als erstes benötige ich Geld. Also mache ich mich auf die Suche nach einem Geldautomaten, um meine Erstausstattung an Won – südkoreanische Währung – zu erhalten.

Das klappt – Gott sei Dank – ohne Probleme. Meine Recherchen hatten ergeben, dass nicht jeder Automat jede Kreditkarte akzeptiert. Zur Sicherheit habe ich deshalb zwei verschiedene bei mir.

Also nächstes benötige ich eine T-Money Card. Das ist eine Karte, auf die man einen gewissen Geldbetrag auflädt und dann in der Folge den Betrag in öffentlichen Verkehrsmitteln(U-Bahn, S-Bahn, Busse) abfahren kann. Außerdem kann die T-Money Card auch in Taxis benutzt werden.

In einem der Stores auf dem Flughafen erhalte ich meine T-Money Card und lasse gleich mal 200 € draufbuchen. Damit bin ich erst einmal versorgt und sollte etwas übrig bleiben, kann ich es mir bei Reiseende wieder auszahlen lassen.

Airport Transfer

Vom Airport gibt es einen Zug (Airport Railroad AREX) direkt in die Stadt. Man fährt für 4.250 Won (Etwas mehr als 3 € / der Kurs liegt bei ca. 1 € = 1.250 Won) die 73 km bis in Zentrum.

Ich habe hier den „All Stop“ Zug (blauer Bereich) gewählt, der an jeder Haltestelle anhält.

Es gibt auch noch den braunen Bereich, aber dieser Express-Zug hält nur an der Seoul Station, was für mich nicht so günstig ist. Beim All Stop Zug muss ich nur einmal umsteigen – an der Hogik University.

Von dort aus geht es weiter mit der Linie 2 der Metro.

Die Linie 2 wird in den kommenden Wochen zu „meiner“ Linie. Jamsilsaenae Station ist in etwa fünf Minuten von meinem Hotel zu Fuß zu erreichen. Damals – Mai 2016 – hieß die Station noch Sincheon. Im Dezember 2016 wurde sie dann in Jamsilsaenae Station umbenannt, um Verwechslungen mit der Sinchon Station zu vermeiden, die auch von der Linie 2 bedient wird.

Diese Linie fährt einen Rundkurs, aber in beide Richtungen. Es gibt daher den „Outer Circle“ und den „Inner Circle“. Man muss einfach schauen, in welche Richtung es weniger Stationen sind.

 

Ich erreiche meine Station nach reichlich 1,5 Stunden.

Hotel suchen und finden

Strahlender Sonnenschein empfängt mich und emsiges Treiben. Dank guter Vorbereitung weiß ich genau, wo ich hinlaufen muss. Dann gibt es jedoch viele kleine Nebenstraßen und ich schaue ein wenig überfordert auf den ausgedruckten Plan mit den Anweisungen.

Nur Sekunden später spricht mich eine junge Koreanerin an. Sie bietet mir ihre Hilfe an und bringt mich in die richtige Seitenstraße. Ich finde die Adresse meines Hotels ohne Probleme. Nur, dass sich dort kein Hotel befindet. Im Internet hatte ich gelesen, dass auch schon andere Gäste Probleme hatten, das Hotel zu finden.

Ich blicke mich suchend um, irgendwo hier muss es doch sein.

Ein Mann im Anzug kommt von der Baustelle gegenüber zu mir und möchte helfen. Ich erkläre mein Problem. Bloß gut, dass ich die Telefonnummer des Hotels griffbereit habe. Der nette Mann ruft an und erklärt mir, dass in zehn Minuten jemand vom Hotel hier sein würde, um mich abzuholen. Die zehn Minuten vertreiben wir uns mit Small Talk, dann werde ich „übergeben“ und habe auch gleich nicht mehr das Problem, meinen schweren Koffer hinter mir hierziehen zu müssen. Das übernimmt der Hotelangestellte.

Von dieser hilfsbereiten Art der Koreaner hatte ich gelesen, nun erlebte ich sie auch gleich persönlich an meinem allerersten Tag.

Das Hotel

Eigentlich ist mein Hotel kein richtiges Hotel. Es ist mehr ein Hostel. Es gibt eine kleine Rezeption, an der ich meinen Schlüssel bekomme. Auf den jeweiligen Etagen mit den Zimmern gibt es gleich vorn einen Regalschrank, in dem jeder ein Fach für seine Schuhe hat. Das Fach ist nicht abschließbar, aber ich vertraue hier der Ehrlichkeit. Wie in Asien üblich, lässt man seine Schuhe am Eingang zurück. Ich passe mich dieser Gepflogenheit natürlich gern an.

Direkt gegenüber meines Zimmers befindet sich eine kleine Gemeinschaftsküche, die mit allem Notwendigen ausgestattet ist. Morgens steht auch immer frischer Toast zur Verfügung, wie ich später herausfinden werde.

Mein Zimmer ist winzig. Es hat die Breite des Bettes, das sich direkt geradezu befindet unter dem winzigen Fenster befindet. Ein Doppelzimmer zu nehmen, war eine echt blöde Idee. Zumindest eine sinnlose. Das zweite Bett ist unter das erste geschoben. Es herauszuziehen würde bedeuten, sich den Platz zum Stehen zu nehmen.

Es gibt einen kleinen Fernseher, einen Kühlschrank, eine Stange an der Wand mit Bügeln, einen kleinen Schreibtisch. Null Komfort, aber alles Überlebenswichtige. Waschbecken und Toilette sind in einer Box im Zimmer untergebracht. Ich suche die Dusche.

Ich habe ein Zimmer mit Dusche gebucht! Aber wo…?

Gefunden!

Ich entdecke zwischen Waschbecken und Toilette eine Brause an der Wand.

Das ist gewöhnungsbedürftig! Und bedeutet, dass alles – Handtücher, Hygieneartikel, selbst Klopapier – herausgeräumt werden müssen, wenn man duschen möchte.

Und trotzdem mag ich mein Zimmer – mein kleines Headquarters – allein schon aufgrund der tollen Lage, die es einfach macht, Ausflugsziele in jede Richtung von Seoul zu erreichen. Ich mag besonders die Dachterrasse mit dem grandiosen Blick über die Stadt. Es gibt sowohl einen Markt, Restaurants und Lebensmittelläden in direkter Umgebung. Und nicht zuletzt ist diese Unterkunft unschlagbar günstig.

Südkorea 1 – Die Idee

Südkorea 2 – Die Planung

 

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