Reiselust

Es macht einfach Spaß fremde Länder und ihre Kulturen zu entdecken. Blättert man in Reiseführern und sieht die wunderschönen Landschaftaufnahmen, packt einen die Reiselust. Man möchte spontan die Koffer packen und einfach in den nächsten Flieger steigen, um ja nicht all die traumhaften Plätze auf unserem blauen Planeten zu verpassen.

Je mehr man sich mit den möglichen Reisezielen für die Zukunft beschäftigt, umso mehr Orte entdeckt man, die einen Besuche lohnen. Und manche davon vermitteln das Gefühl, dass sie unverzichtbar auf die Liste mit den Wunschreiseorten der Zukunft gehören – die ganz persönliche Reise-Bucket-Liste.

Ich war noch niemals in New York,
ich war noch niemals auf Hawaii.
Ging nie durch San Francisco in zerrissenen Jeans, so heißt es in einem allseits bekannten Song.

Ich war schon in New York, zwei mal sogar, ebenso in San Franzisco – wenn auch nicht in zerrissenen Jeans. Aber Hawaii ist so eine Sache, denn dort war ich noch nicht.  Auf jeden Fall gehört eine Südsee Insel zum meinen Wunschzielen und eine im Atlantik, einfach um Vergleiche ziehen zu können.

Ich wünsche mir einfach, noch möglichst viele verschiedene Kulturen zu erleben und in jede Ecke dieser Welt hineinzuschauen. Um diesen Traum real werden zu lassen, bedarf es guter Planung und auch Geduld, denn von heute auf morgen lässt sich das nicht realisieren. Denn es gibt so einige Aspekte in Bezug auf das Reisen, die neben der Reiselust durchaus auch zu Reisefrust führen können.

Reisefrust

Hier lassen sich vor allem drei Faktoren anführen, die die Reiselust dämpfen und auch schon mal Reisefrust aufkommen lassen. Die drei leidigen Aspekte, die ich hier meine sind:

  • Zeit
  • Geld
  • Sicherheit.

Zeit

Dies ist ein Faktor, den man nicht wirklich beeinflussen kann.

Natürlich gibt es immer Wege und Möglichkeiten. Man könnte seinen Job hinschmeißen und einfach losreisen und sich das benötigte Kleingeld mit Gelegenheitsjob unterwegs finanzieren. Ehrlich, das ist nichts für ich. Ich bin in einem Alter, in dem man ein gewisses Maß an Sicherheit braucht und auch einen gewissen Lebensstandard. Sich mit Gelegenheitsjobs von einem Tag zum anderen zu hangeln und nicht zu wissen, was nächste Woche ist, damit kann ich nicht leben.

Es gibt heute schon Firmen/Jobs, die es ermöglichen ein Sabbath-Jahr zu nehmen. Das ist wirklich eine tolle Sache. Leider bietet mein Job diese Möglichkeit nicht. Außerdem ist das mit dem Sabbath-Jahr noch ziemlich neu. Selbst wenn die Möglichkeit bei mir theoretisch bestünde, hätte ich doch nie Gelegenheit gehabt, soviel Arbeitszeit anzusparen, dass dabei ein Jahr oder wenigstens ein halbes zusammenkäme. Fällt also auch aus für mich. Aber seien wir mal ehrlich, ich würde es nie so lange ohne Luna aushalten ;-).

Also bleibt noch der Jahresurlaub. Auch wenn dieser natürlich vorn und hinten nicht ausreicht, bietet er doch die Möglichkeit, Reiseträume nach und nach zu erfüllen. Und irgendwann geht man in Rente und dann – vorausgesetzt die Gesundheit macht keinen Strich durch die Rechnung – ist man zumindest zeitlich viel flexibler.

Das bringt mich zu einer anderen Problematik. Mit Mitte 50 setzt so langsam die Erkenntnis ein, dass man nicht unendlich Zeit hat. Wie viele Jahre werde ich fit genug sein, um allein Fernreisen zu unternehmen? Reicht meine Lebenszeit aus, um all die Orte zu sehen, die ich nicht nur gern, sondern unbedingt sehen möchte. Solche Betrachtungen können schon frustrierend sein. Aber andererseits weiß niemand, was die Zukunft bringt und wieviel Zeit einem bleibt, um Reiseträume oder auch alle anderen Lebensträume zu verwirklichen. Daher muss man einfach das Beste aus seiner Zeit machen und zielstrebig daran arbeiten, die eigenen Träume zu verwirklichen.

Geld

Ohne Knete keine Fete und auch keine großen Reisen.

Zwar kann man das an sich zur Verfügung stehende Budget nicht so einfach beeinflussen, aber man kann schon durch eine entsprechende Reiseplanung beeinflussen, wie weit man mit seinem Budget kommt. Recherche und Kalkulation ist hier alles.

Im Groben setzen sich die Kosten einer Reise aus vier Hauptsäulen zusammen:

  • Flug
  • Unterkunft
  • Reisekosten im Land
  • Essen/Eintritte/persönliche Ausgaben

Wie viel Geld man auf Reisen ausgibt oder eben nicht, hängt vor allem mit der eigenen Bequemlichkeit zu tun.

Flug

Ein Direktflug ist – wenn bei Fernzielen überhaupt verfügbar – immer am teuersten. Einmal Umsteigen liegt in der Mitte der Preisschiene und die günstigsten Flüge erfordern oft ein zweimaliges Umsteigen. Außerdem spielt bei den Preisen die Gesamtreisezeit eine große Rolle. Je schneller man am Zielort ankommt, umso teuer wird es. Auch die Ab- und Ankunftsflugzeiten spielen eine gewisse Rolle.

So bequem ein Direktflug auch ist, ich kann mit einem Umstieg leben. Wichtiger ist mir, dass ich mein Reiseziel möglichst zeitnah erreichte. Also wenn man im besten Fall 11 Stunden braucht, halte ich 13 Stunden noch für akzeptable, aber 20 nicht. Das hat auch etwas damit zu tun, dass eben die Urlaubstage begrenzt sind.

Ein wenig sparen kann man noch wenn man die Flugpreise kontinuierlich vergleicht und nicht zu kurzfristig bucht. Außerdem gibt es manchmal ziemliche Unterschiede bei den Flugpreisen in Abhängigkeit vom Wochentag des Abflugs. Hier lohnt es sich, ein wenig Zeit zu investieren, um den besten Flug für sich selbst zu finden.

Siehe auch Tipps zur Flugbuchung

Unterkunft

Bei der Unterkunft – wie schon in anderen Beiträgen erwähnt – bin ich ziemlich eigen. Lage zählt vor allem und auf mein eigenes Zimmer mit eigenen Bad möchte ich ungern verzichten. Das hat natürlich seinen Preis. Aber wenn man rechtzeitig bucht – durchaus schon ein Jahr im Voraus – und auf anderen Komfort weitestgehend verzichten kann, lassen sich moderate Preise finden.

Die einschlägigen Buchungsplattformen helfen hier bei der Recherche.

Reisekosten im Land

Bereist man ein fernes Land, möchte man natürlich auch viel sehen. Oftmals bedeutet dies, dass es im Land mehr oder weniger große Distanzen zu überwinden gilt. Ob man ein Auto mietet, mit Bus oder Bahn reist oder gar einen Inlandsflug bucht, hängt vom Budget und der zur Verfügung stehenden Zeit ab. Wie auch schon zuvor bei Flug und Unterkunft, macht sich langfristige Recherche in den meisten Fällen bezahlt. Ich persönlich mag es, mit dem Zug zu reisen. Mann kann entspannen und sieht so einiges. Daher freue ich mich auch schon riesig auf meine Transsib-Reise im kommenden Mai. Bei anderen Zielen verliert man einfach zu viel Zeit und daher mag ein Inlandsflug Sinn machen. Viel hängt natürlich auch davon ab, wie gut die Infrastruktur im jeweiligen Reiseland ausgebaut ist.

Essen/Eintritte/Persönliche Ausgaben

Das ist das Kostenpaket, das sich meiner Meinung nach am schwierigsten kalkulieren lässt. Natürlich findet man beim näheren Hinsehen im Internet schon Anhaltspunkte, wie das Preisniveau z. B. in Restaurants ist. Auf manchen Webseiten erfährt man auch, was andere so ausgegeben haben. Dennoch hängen diese Ausgaben sehr stark von den persönlichen Gewohnheiten und Bedürfnissen ab. Daher sollte jeder unter Berücksichtigung des Preisniveaus des jeweiligen Reiselandes für sich planen, wie viel Budget hier benötigt wird.

Fazit

Das Reisebudget ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Gute Recherche zahlt sich aus und macht es möglich, die Kosten für die geplante Reise zumindest annähernd zu kalkulieren. Liegt man mit dieser Kostenplanung über dem zur Verfügung stehenden Budget, muss man schauen, auf was man verzichten kann und was man anders gestalten kann, damit am Ende die Reise ins Budget passt. Liegt man unter dem zur Verfügung stehenden Budget, gibt es zwei Möglichkeiten: Erstens man gönnt sich ein wenig mehr Luxus z. B. in Bezug auf die Unterkunft. Oder man spart das Geld für die nächste Reise.

Hat man, so wie ich, eine lange Liste mit Reisezielen, macht es auch Sinn, wenn man eher teure und eher günstige Reiseziele abwechseln besucht, so gleichen sich die Kosten ein wenig aus.

Ich mag es, meine Reise langfristig und in Detail zu planen. Der Weg ist das Ziel, wie es so schön heißt. Und so lässt sich eine leere Reisekasse einhergehend mit großem Reisefrust vermeiden. Es gibt so viele Reiseziele, dass garantiert jeder die Traumreise findet, die zum eigenen Budget passt!

Sicherheit

Das ist ein Aspekt, der bei mir so richtig für Reisefrust sorgt!

Leider gibt es kaum noch ein Land, in das man völlig bedenkenlos reisen kann. Irgendwo lauert immer eine Gefahr. Sei es Terrorismus, Kriminalität oder auch die Gefahr von Krankheiten.

Ich bin kein Angsthase, fühle mich wohl allein fremde Länder zu bereisen. Auf der anderen Seite beschäftige ich mich auch mit diesem Aspekt des Reisens.

Schaut man sich die aktuelle Reise-Risiko-Weltkarte an, so wird klar, dass es nicht viele Länder gibt, die man ohne Risiko bereisen kann. Grüne Bereiche sind kaum mehr vorhanden.

Travel Risk MapFoto: International SOS Control Risks

Argentinien und Chile nebenan sind z. B. gelb und im ersten Moment dachte ich, das wären schöne Ziele in Südamerika. Dachte ich. Dann schaute ich mir die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes an.

Dort steht für Argentinien u. a.

Kriminalität
Grundsätzlich ist landesweit Vorsicht und Wachsamkeit angebracht. Auch in den besseren Wohngegenden kommt es zu Überfällen. Wertgegenstände sollten nicht offen getragen, Bargeld nur in geringen Mengen mitgeführt werden. Bei Überfällen sollte kein Widerstand geleistet werden, da die Täter in der Regel bewaffnet sind und vor Gewaltanwendung nicht zurückschrecken.

Und für Chile u. a.:

In ganz Chile – insbesondere in der Innenstadt, dem Stadtteil Bellavista und im Parque Metropolitano von Santiago, in den historischen Innenstädten und an den Uferpromenaden von Valparaíso und Viña del Mar sowie den Touristenzentren Calama und San Pedro de Atacama – kommt es regelmäßig zu Rucksack- und Taschendiebstahl bei Reisenden, häufig unter Gewaltanwendung. Die Täter verwenden manchmal sog. K.O.-Tropfen bzw. Nervengifte, die die Opfer für mehrere Stunden handlungsunfähig machen.

Russland, mein Reiseziel für 2019, ist sogar orange.

Für mich persönlich habe ich entschieden, mich durchaus mit den sicherheitsrelevanten Aspekten meiner Reiseziele zu beschäftigen. Staaten, die rot bzw. dunkelrot auf der Gefahrenkarte verzeichnet sind, werden auch nicht meine Reiseziele werden. Bei allen anderen wäge ich ab und treffe wenn nötig und möglich Vorkehrungen.

Alles in allem finde ich es sehr traurig, dass das Thema „Sicherheit“ heutzutage so entscheidend geworden ist. Absolute Sicherheit gibt es nie, hat es nie gegeben und wird es auch nie geben. Ob Zuhause oder einem fernen Land, man sollte sich immer so verhalten, dass man keine Gefahren heraufbeschwört. Auf der anderen Seite lehne ich es ab, in Angst zu leben und mein Leben von potentiellen Gefahren bestimmen zu lassen.

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