Ich bin’s, die Luna… Wuff! Heute erzähle ich euch vom Abschied von meiner Havaneser-Familie.

Meine Familie

Angefangen hat alles im schönen Hessen. Dort erblickte ich das Licht der Welt.

Ich wurde in eine große Familie hineingeboren, mit Geschwistern und unzähligen Tanten, Onkels, Cousins, Cousinen und was man sich sonst noch für Verwandte vorstellen kann. Wir lebten alle glücklich zusammen, hatten einen großen Auslauf. Und wenn mal jemand ans Gartentor kam, dann stürmten wir alle dorthin, so schnell es unsere kleinen Beinchen zuließen und hatten Spaß daran, mal so richtig Alarm zu machen.

Ich mochte meine Verwandten, wirklich, aber manchmal war mir der ganze Trubel doch zu viel. Ich liebe es einfach ruhig und beschaulich.

Es kam immer mal vor, dass uns einzelne Familienmitglieder verließen. Unsere menschliche Ziehmutter erklärte uns, dass diese dann in ein neues Zuhause umgezogen seien.

Ich bin inzwischen acht Monate alt und lebe noch immer in meiner Großfamilie. Komplett ist diese nicht mehr. Nach und nach haben uns meine Geschwister verlassen.

Eines Tages hält wieder ein fremdes Auto vor unserem Gehöft.

Allerhöchste Alarmbereitschaft!

Zwei Menschen steigen aus. Jetzt aber nichts wie losgerannt und Krach machen!

Die Neuen

Sie klingeln an unserem Gartentor.

Oh Mann, mir brummt der Schädel. So viele Havaneser können schon eine Menge Krach machen. Komisch, dass die Menschen sich von unserem Auftritt nicht verscheuchen lassen.

Unsere Ziehmutter kommt in den Garten und lässt die Fremden herein. Sie schauen sich alles an. Ganz besonders uns Hunde.

Mit zwei anderen aus meiner Familie finde ich mich in einem Raum mit den Fremden und der Ziehmutter wieder. Sie reden, betrachten uns.

Nun komm doch mal her.“

Ich? Ich doch nicht. Ich lasse mich doch nicht mit ein paar Leckerlis bestechen. No way! Ich krieche in die hinterste Ecke des Raumes, lege den Kopf schief und schaue mir das alles mal aus der Ferne an. Die anderen beiden sind da zutraulicher.

Komisch, dass trotzdem ich kurz später auf dem Tisch lande und gebürstet und gekämmt werde, als gäbe es kein Morgen. Die Menschen reden und reden, aber vor lauter Aufregung kann ich ihnen nicht mehr folgen.

Was mache ich hier? Was hat das alles nur zu bedeuten? Mir wird ganz mulmig. Ich will das nicht! Oh Gott, in meinem Darm rumort es. Die ganze Aufregung bekommt mir überhaupt nicht.

Ich muss hier runter. Schluss jetzt!

Ich schaffe es doch tatsächlich und kann vom Tisch springen. Und da passiert es auch schon. Das kleine Häufchen musste raus. SORRY!

Ich schaue bedröppelt in die Runde. So was mach ich sonst nicht! Ehrlich jetzt!

Meine Ziehmutter beseitigt schnellstmöglich das Malheur. Die fremde Frau schaut erschrocken. Und der Mann sieht aus, als wünschte er sich – genau wie ich – an einen anderen – gemütlicheren – Ort. Dass dieser Zirkus hier einfach nur aufhört.

Wenig später passiert genau das.

Abschied

Ein neuer Morgen bricht heran. Ich wurde inzwischen noch gebadet und verbrachte stundenlang in der kuschelig warmen Hundetrockenbox. Die Wärme hat mich total schläfrig gemacht und am liebsten würde ich mich einfach zusammenrollen und dösen.

Aber irgendwie sagt mir mein siebter Sinn, dass hier etwas im Gange ist. Irgendetwas stimmt hier nicht – stimmt hier ganz und gar nicht!

Und da sind sie dann auch schon wieder – die fremden Leute von gestern.

Es wird noch kurz geredet. Ein Paket mit allen möglichen Hundesachen wird zusammengepackt. Ich bekomme ein Halsband um, an das eine Leine geklickt wird. Wir gehen hinaus.

Nein! Ich will nicht!

Die fremde Frau nimmt mich auf den Arm. Wir marschieren zielstrebig auf das Gartentor zu.

Oh Mist!

Ich resigniere. Mein ganzer Körper zittert. Ich… stehe… kurz… vor… einem… Nervenzusammenbruch!

Neubeginn (Teil 2)

Die ersten Tage (Teil 3)

 

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