Frisch ausgeruht geht es nach dem Frühstück wieder los. Haifa und Akko stehen auf dem Programm. Das bringt eine neue Herausforderung mit sich: Zug fahren.

Die Buslinie 10, die direkt vor der Hosteltür abfährt, habe ich schon gestern zu schätzen gelernt. Heute bringt mich der Bus zum Savidor Service Center. Stationen zählen ist nicht nötig, da die Linie 10 – so wie viele andere – dort endet.

Straße Tel Aviv - ungewohnt leer

Auch kann man es sich in Isreal – zumindest hier in Tel Aviv – schenken, sich mit Fahrplänen zu beschäftigen. Busse fahren alle paar Minuten und mit den Zügen sieht es nicht viel anders aus. Ca. im 20 Minuten Takt geht es nach Norden, also genau in meine Richtung.

Auch Zug fahren will gelernt sein

Ich hatte mich ja gestern vergewissert, dass ich mit meiner RavKav Card auch Zugfahren kann. Stelle mir das System so vor wie in Südkorea. Frohen Mutes laufe ich also zu den Drehkreuzen, halte meine RavKav Card auf das Sichtfenster… und nichts passiert. Probiere es noch ein paar Mal, was aber – wie sollte es auch – nichts an dem Ergebnis ändert.

Also tappere ich zum RavKav Schalter und werde zum Ticketschalter geschickt. Anderes System also. Man kann zwar mit der RavKav Card bezahlen, aber muss dies am Ticketschalter tun, was dann so funkioniert, also würde man mit der EC- oder Kreditkarte bezahlen. Ich entscheide mich für ein Papierticket, da ich dann die RavKav eventuell gar nicht neu aufladen muss. Für die einfachen Stadtbusfahrten sollten die 100 Schekel genügen. Eine Busfahrt kostet 5,90 NIS.

Wenig später sitze ich im Zug und finde es sehr angenehm, dass man es in Israel mit der Klimaanlage nicht ganz so übertreibt wie z. B. in den USA oder manschen asiatischen Ländern.

Haifa

Eine Stunde später bin ich in Haifa. Mein dortiges Ziel – die Bahai Gärten – kann ich gar nicht verfehlen. Diese sieht man als Wahrzeichen der Stadt schon von Weitem.

Sicherheitskontrolle am Eingang der Bahai Gärten
Bahai Gärten
Bahai Gärten
Baihai Gärten

Nach einem Spaziergang durch die Deutsche Kolonie geht es weiter zur alten Stadt Akko.

Deutsche Kolonie
Deutsche Kolonie
Deutsche Kolonie

Diesmal dauert die Zugfahrt nur eine halbe Stunde und ich meistere den Ticketkauf wie ein Profi. Man muss übrigens jedes Ticket einzeln kaufen, geht auch nicht, gleich eine Rückfahrt mitzubuchen.

Bahnhof Haifa

In Akko zieht es mich natürlich in die Altstadt. Was auf der Karte wie ein kurzer Spaziergang aussieht, erweist sich doch als recht langer Weg.

Eigenwilliges Haus auf dem Weg zur Altstadt

Aber dann endlich bin ich da.

Akko

Die alten Gemäuer, die schmalen Gassen und kleinen Läden sind beeindruckend. Es macht Spaß, hier einfach kreuz und quer durchzulaufen, hier und dort mal ein wenig zu verweilen.

Türkischer Markt Akko

Der Muhezin ruft zum Mittagsgebet und man fühlt sich so richtig wie im Orient. Tausendundeine Nacht lässt grüßen.

Moschee Akko
Schmale Gassen
Leuchtturm Akko
Akko

Danach geht es wieder zurück nach Tel Aviv. Es ist noch gar nicht so spät, aber trotzdem scheint die Rush-Hour schon begonnen zu haben. Dass die Menschen hier diesen mörderischen Verkehr überleben, scheint an ein Wunder zu grenzen. Autos, Busse, Taxis und zwischen drin Menschen auf Rollern ohne Helm. Und wenn ich hier von Rollern spreche, so meine ich nicht diese kleinen Mofas oder Mopeds, die man aus Deutschland kennt. Ich rede von Rollern, so wie sie Kinder haben, nur eben für Erwachsene, die ein irres Tempo draufhaben.

Unterwegs mit dem Roller

Der Bus muss links abbiegen, scheint aber nicht so recht in die schmale Fahrspur zu passen. Mehr Platz kann er sich nicht nehmen, da die entgegengsetzten Fahrspuren rappelvoll sind. So weisen ihn die Fußgänger ein, die an der Ampel warten, zusätzlich ein Taxifahrer, der auf der Gegenspur wartet und ein Motorradfahrer. Ich verstehe nichts, aber bin nicht sicher, ob dieses Rufen und Herumfuchteln mit den Armen wirklich hilfreich ist. Dem Motorradfahrer dauert das alles viel zu lange, er nutzt die vorhandenen Zentimeter und er schlängelt sich da durch und ist weg.

Schließlich schafft es auch der Bus um die Ecke… ohne dass irgendwer oder irgendetwas Blessuren davonträgt. Ich freue mich schon riesig auf meinen Leihwagen am Ende des Jerusalem Aufenthaltes. Und falls nicht bemerkt, das ist ironisch gemeint. Eines weiß ich sicher, ich werde die Stadt auf dem allerkürzesten Weg verlassen und hoffe, am frühen Vormittag ist der Verkehr noch nicht ganz so schlimm.

Unbeschadet erreiche ich das Motel und nach einem halben Stündchen Ruhepause geht es auch schon wieder los. Jetzt aber nur zum Shuk – also dem Markt. Ganz in der Nähe gibt es zahlreiche Restaurants.

Dort finde ich auch „mein“ Restaurant. Heute gibt es Lamm-Kebab mit Reis und einem Schälchen Salat, der ein wenig an ColeSlow erinnert. Dazu ein Glas israelischen Wein… Dann mal Prost oder Lechaim, wie man hier sagt. Yummy, der ist lecker!

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