Am Morgen wird mir klar, dass ich eine Grundsatzentscheidung treffen muss.

Ich hatte mich schon am Abend ausgiebig mit dem Wetter beschäftigt. Für Eilat würde sich nicht viel ändern, am Tage an die 45 °C und nachts knapp unter 40 °C. Kein ganz großes Problem, denn für Eilat steht eigentlich auch mehr oder weniger nur Chillen auf dem Programm.

Aber danach sind noch drei Tage in Jordanien geplant. Dort würde es zwar nicht ganz so heiß werden, aber mit an die 40 °C musste ich rechnen. Jordanien brachte aber nur etwas, wenn ich mein Programm wie geplant durchziehen kann. Denn was soll Petra in Petra ohne Petra zu sehen?

Eine Light-Version würde es nicht geben. Es ist eine Frage von alles oder nichts.

Ein Bokek aus der Ferne

Die Entscheidung ist schwierig. Ich wäge ab und überlege hin und her. Muss einsehen, dass Wandertouren von über 15 km wie in den ersten Tagen nicht mehr drin sind. Diese wären Wahnsinn bei solchen Temperaturen und den durch diese bedingten nicht 100 % stabilen Kreislauf.

So entscheide ich schließlich schweren Herzens, die Jordanien-Tour zu canceln. Ich verspreche mir selbst, dass dies nur ein Verschieben auf einen späteren Zeitpunkt ist.

Jeep

Hat man in unserem Breiten oftmals das Pech, dass schlechtes Wetter Urlaubsträume platzen lässt, so scheitert die Umsetzung eines Teils meiner Urlaubsträume an einer Hitzeperiode, die so nicht vorherzusehen war. War in Tel Aviv das Wetter noch relativ jahreszeitgerecht, so war es in Jerusalem schon heißer als gewöhnlich. An den restlichen Orten waren es ca. 10 Grad mehr als man hätte erwarten dürfen.

am Toten Meer

In manchen Landesteilen steigt derzeit das Thermometer bis auf 50 °C, stellenweise wüteten Brände, die einfach nicht unter Kontrolle zu bekommen waren. Zum Glück liegen diese Orte nicht auf meiner Reiseroute.

Straße 90 am Toten Meer

Nachdem die Entscheidung gegen Jordanien gefallen ist, muss ich handeln. Der Rückflug muss umgebucht werden und alle Buchungen in Jordanien sind zu stornieren. Bloß gut, dass dies via Internet relativ problemlos zu bewerkstelligen ist.

Danach erst einmal ein gutes Frühstück. Und dann mache ich mich auf den Weg nach Eilat. Reichlich 200 km Fahrt liegen vor mir.

Felsmassiv auf dem Weg nach Eilat

Unterwegs halte ich immer mal an, um ein paar Fotos zu machen. Ich habe immer wieder diesen uralten Songs im Ohr: Brennend heißer Wüstensand… fern, so fern dem Heimatland… so schön, schön war die Zeit…

Bergkette auf dem Weg nach Eilat
Wadi Zin

Entlang der Staße sieht man immer wieder Hinweisschilder auf Wanderwege. Es muss schön sein, durch die Wüste zu wandern. Bestimmt kommt man sich wie der einzige Mensch auf Erden vor, hat man erst die Straße aus dem Blickfeld verloren. Aber für Wüstenwanderungen ist jetzt definitiv nicht die richtige Zeit… brennend heißer Wüstensand…

auf dem Weg nach Eilat
Vorsicht Kamel
auf dem Weg nach Eilat

Irgendwann passiere ich einen unbesetzten Kontrollpunkt. Im ersten Moment wundere ich mich darüber, aber dann erinnere ich mich, irgendwo gelesen zu haben, dass Eilat Freihandelszone ist. Dass erklärt es.

Wenig später tauchen auch die ersten Anzeichen von Zivilisation auf und schnell bin ich inmitten einer kleinen grünen Stadt, die vor allem durch das Meer und die großen Hotelbauten gekennzeichnet ist. Und durch Kreisverkehre.

Eilat

Ich habe ein Hotelzimmer am Coral Beach gemietet. Das Hotel liegt so knappe 5 Kilometer außerhalb von Eilat. Auf dem Weg dorthin passiere ich gefühlte 20 Kreisverkehre. Manchmal alle 200 Meter und wenn ich Glück habe, liegen auch schon mal 600 Meter dazwischen.

Während die Fahrt durch die Wüste ganz entspannt verlief, sind hier wieder die verrückten Taxifahrer unterwegs, dazu noch zahlreiche Busse und zahllose Touristen. Und – ich habe es schon fast vermisst – es wird auch wieder fleißig gehupt.

Eilat

 

Taxi

Apropos Taxifahrer: Auf dem Hinflug war ich mit zwei Männern ins Gespräch gekommen, einer von ihnen bereist als Reiseführer die ganze Welt. Er warnte mich schon damals vor den Taxifahrern in Israel, die alle „Verbrecher“ seien. Zu der Zeit habe ich die „Warnung“ nicht ernst genommen. Inzwischen habe ich die extreme Rücksichtslosigkeit auf der Straße und die fragwürdige Art, wie man Touristen geradezu nötigt, in ein Taxi zu steigen, selbst erfahren. Aber natürlich gibt es auch seriöse Taxifahrer wie z. B. am Flughafen bei der Ankunft. Und jene, mit denen man einen Preisnachlass „aushandeln“ kann, wie der arabische Taxifahrer in Jerusalem.


 

Kurze Zeit später erreiche ich mein Hotel und kann auch sofort das Zimmer beziehen. Auch dieses Mal habe ich eine gute Wahl getroffen und ein schönes großes Zimmer mit Balkon und einer herrlichen Aussicht. Die Isrotel-Kette gefällt mir sehr gut, aber die Zimmer haben auch einen recht hohen Preis.

Isrotel Yam Suf

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