Hallo, ich bin’s, die Luna… Wuff… Neulich waren wir mal wieder die Oma besuchen. Und natürlich führte uns mein Morgenspaziergang zum Bäcker. Hört sich erst einmal nicht weiter schlimm an. Ist es aber!

Die Straße des Grauens

Denn der Weg zum Bäcker führt uns erst einmal über die Straße des Grauens!

Der friedliche Eindruck täuscht gewaltig. An jedem Zaun eine Drohung. Allein diese Schilder an den Zäunen machen mir Angst.

„Hier wache ich“ und das wohl schon seit ewigen Zeiten.

Ich? Ich verfalle vor Angst in Schockstarre… und die ist in 5 Sekunden sicherlich nicht vorbei.

Nicht mal, wenn man mich mit meinem Lieblingsfutter lockt, würde ich dein Revier betreten. NIEMALS!

Plichtbewusst, dass ist ja das Problem. Diese Wachhunde scheinen immer – wirklich IMMER – im Dienst zu sein. Selbst wenn es noch ganz früh ist, wenn wir zum Bäcker laufen, die Wachhunde sind immer schon da… sind wach und wachen!

Denn natürlich sind diese Schilder keine leere Drohung. Hinter jedem Zaun lauert ein großer Hund, der nur darauf wartet, dass wir eine falsche Bewegung machen.

Ein riesiger Hund kommt mit großem Gebell angestürmt, dann beobachtet er uns argwöhnisch, immer bereit zum Angriff. Mein kleines Herz fängt an ganz schnell zu schlagen… oder droht so manches Mal ganz stehen zu bleiben. Die Straße des Grauens tut mir wirklich nicht gut… wuff.

Hey Leute, bleibt doch ganz cool… BIIIITTTTEEEE!!! Wir haben doch gar nicht vor, in euer Territorium einzudringen. Nie im Leben würde ich das tun! Mir schlackern ja schon Beine, nur beim vorbeilaufen.

Der Anfänger

Aber Moment mal, der hier ist ja ganz friedlich? Ein Wachhund der uns einfach nur ansieht, ohne erst einmal die ganze Straße zusammenzubellen…

Da erkenne ich den Unterschied. Dieser Wachhund ist zwar groß, aber noch ganz jung und ein Anfänger, was diesen Job angeht.

Hallo Kumpel, wuff… wir gehen jetzt einfach weiter, ok… brauchst dich wegen uns nicht aufregen… wuff…

Irgendwie habe ich den Eindruck, das er es – genau wie ich – doof findet, ein Wachhund zu sein. Aber was soll er machen, so ein Haus mit Hof und Garten will nun einmal bewacht werden.

Was bin ich froh, dass ich ein kleiner niedlicher Hund geworden bin… wuff… geht es mir durch den Kopf. Ich hätte nun ehrlich nicht viel Spaß daran, von morgens bis abends Haus und Hof zu bewachen und das bei jedem Wind und Wetter. Den ganzen Tag bei Regen draußen sein müssen, igitt! Mal so betrachtet ist „Wachhund“ echt ein Knochenjob. Vielleicht sind diese Wachhunde auch deshalb so mies drauf, weil sie auch lieber auf dem Sofa und oder in einem gemütlichen Hundekörbchen chillen würden.

Kleine Wachhunde?!

Hey du? Du bist ja nicht größer als ich! Und du willst ein Wachhund sein. So wie er mich ansieht, will er nicht, aber es ist einfach sein Job! Mein Mitgefühl, Kumpel… wuff…

Mein Weltbild ist erschüttert. Wie kann so ein kleiner Hund ein Wachhund sein? Moment mal, dann könnte ich ja auch ein Wachhund sein. Nein, niemals… wuff… wuff… wuff… Ich will nach Hause in mein Körbchen!

Was hab ich es doch gut!

Was bin ich froh, dass ich in eine Familie ohne Häuschen mit Garten gekommen bin. Ok, ein Garten wäre schon schön, aber nicht um den Preis, dass ich ihn bewachen müsste. Ich finde mein Leben toll, herumtollen, spielen, chillen… und natürlich spazieren gehen (Es muss ja nicht unbedingt auf der Straße des Grauens sein). So ist meine Welt in Ordnung… wuff.

Ich möchte einfach niemals ein Wachhund werden… und hey, auch wenn ich höllisch Schiss vor euch habe, ein ganz klein wenig gehört euch inzwischen auch meine Sympathie… denn ich habe erkannt, dass 1) nicht jeder Wachhund wirklich eine reißende Bestie ist und 2) dass euer Job manchmal schon ziemlich hart sein kann… wuff!

Na dann macht es mal gut, bis zum nächsten Besuch bei der Oma und dem damit verbundenen nächsten Spaziergang beim Bäcker. Vielleicht erinnert ihr euch dann noch an mich und könnt euch das Bellen und Zähnefletschen einfach schenken. Ok?

Bis zum nächsten Mal dann… eure Luna… wuff…

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