Die Germania-Pleite hat meine ganzen Reisepläne durcheinandergebracht. Was war ich glücklich, als ich im vergangenen Jahr einen Direktflug nach Tel Aviv gebucht hatte, noch dazu von Düsseldorf aus und zu einem durchaus annehmbaren Kurs.

Zwar war ich noch nie zuvor mit Germania geflogen, aber da die Airline schon so einige Jahre am Markt war, habe ich mir keine Sorgen gemacht.

Germania pleite?!

Das änderte sich Anfang des Jahres, als erste Berichte darüber auftauchten, dass Germania Zahlungsschwierigkeiten habe. Von fehlenden 15 Mio. Euro war die Rede, was ja nun sicherlich keine Kleinigkeit ist. Zu der Zeit hoffte ich natürlich immer noch das Beste, obwohl die Insolvenz von Air Berlin gut im Gedächtnis geblieben war.

Dann kam ja auch eine Geldzusage – woher auch immer – und es konnte somit Entwarnung gegeben werden. Leider verglühte dieser Hoffnungsschimmer am Horizont schnell wieder.

Als die Medien berichteten, dass das versprochene Geld nicht eingetroffen sei und die Löhne für Januar nicht gezahlt werden konnten, war klar, dass hier nur noch ein Wunder helfen konnte. Und da Wunder nicht gerade häufig vorkommen, verhießen die Nachrichten der folgenden Tage nichts Gutes in Sachen Germania. Spätestens als ich las, dass der Entzug der Betriebserlaubnis droht, war klar, wie ernst die Lage war. Ich hatte so ein Gefühl, dass es nun ganz schnell gehen würde und so war es dann ja auch.

Am frühen Morgen des 05. Februar 2019 hieß es dann auch, Germania habe Insolvenz angemeldet und der Flugverkehr sei mit sofortiger Wirkung eingestellt.

Und was nun?

Wenigstens herrschte nun Klarheit. Die Ungewissheit war zermürbend und je mehr Zeit verging, desto schwieriger würde es mit Plan B aussehen.

Während der letzten Tage der Ungewissheit hatte ich mich natürlich schon mit möglichen Alternativen beschäftigt. Blöderweise gibt es keine andere direkte Verbindung von Düsseldorf aus. Ein Umsteigeflug jedoch kostet vor allem Zeit und birgt immer die Gefahr, den Anschlussflug am Zwischenaufenthalt zu verpassen.

Selbst wenn alles glattgehen würde, käme meine ganze Reiseplanung durcheinander. Mit Germania wäre ich noch vor dem Mittag in Tel Aviv gewesen und der Rückflug. Mit einem Umsteigeflug hätte ich sowohl An- und Abreisetag vor Ort komplett verloren.

Ich suchte nach Alternativen… überlegte noch einmal komplett alles umzuschmeißen und entweder doch nach Russland zu reisen oder ein ganz neues Reiseziel zu suchen.

Japan wäre eine Alternative gewesen. Doch meine Reisevorbereitungen waren schon sehr weit fortgeschritten. Hotels und Mietwagen an den verschiedenen Destinationen – alles gebucht. Reiseroute komplett durchgeplant. Das aufzugeben, wäre ziemlich doof. Außerdem würde ich bei der Reiseplanung für Russland vielleicht bei 20 % anfangen und bei Japan komplett bei Null.

Die Entscheidung

Ich wollte also bei Israel und Jordanien bleiben. Du kannst mich mal Germania! Ich lasse mir meinen Urlaub nicht verderben!

Es gibt einige Direktflüge ab Frankfurt. Auch einen ab Amsterdam. Aber mit einer Billig-Airline. No way! Einmal reingefallen reicht. Somit blieb nur Frankfurt.

Samstag nach Frankfurt fahren, dort übernachten und am Sonntagmorgen wie geplant ab nach Tel Aviv. Das klang nach einem guten Plan.

Aber es ging noch besser! Ich fand einen Flug für Samstag um 18:00 Uhr ab Frankfurt. Direkt mit Lufthansa nach Tel Aviv. Auch wenn ich dort mitten in der Nacht ankomme, ist es kein Problem mit einem Taxi das Hotel zu erreichen. Und am Sonntagmorgen kann das Abenteuer Israel dann gut ausgeruht beginnen.

Auch wenn das Geld für den Germania-Flug futsch ist und die Neuorientierung eine schlaflose Nacht und einiges an Recherchen/Umplanungen kostete, am Ende ist nun alles gut. Meine ganz persönliche Reise-Welt ist wieder in Ordnung!

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