Hallo, ich bin’s, die Luna… Wuff! Heute möchte ich euch von meinen ersten Tagen in meinem neuen Zuhause berichten.

Der erste Tag

Ich überstehe die erste Nacht. eigentlich war sie gar nicht so schlimm. Meine Schlafhöhle ist recht bequem und so schlafe gut in dieser ersten Nacht.

Nur als ich morgens wach werde, muss ich mich erst einmal orientieren. Der Mann an meiner Seite wacht auch gleich auf und spricht leise auf mich ein. Wenig später erscheint die Frau und tut selbiges. Dann komme ich wieder an die Leine, werde die Treppen hintergetragen und ab geht es auf die Wiese. Warum kapieren die nicht, dass ich keine Leine brauche zum Laufen. Um es zu verdeutlichen, bewege ich mich einfach keinen Meter – weder vorwärts noch rückwärts.

Wenig später geht es wieder ins Auto. Fahren wir etwa nach Hause?

Nö, kurz später steigen wir wieder aus, sind an einer anderen Wiese. Mit Leine! Ich bocke, werde auf den Arm genommen und getragen. Ein älterer Herr bleibt stehen und schaut uns mitleidig an. „Ist der Hund krank?“

„Nein, aber sie läuft nicht.“

Der ältere Mann blickt irritiert.

Ich werde nach unten gesetzt, um es zu demonstrieren. Kurz überlege ich, ob ich jetzt nicht doch ein paar Schritte tun sollte, unterlasse es jedoch.

„Tragen hilft nicht.“

„Aber wenn sie doch nicht läuft.“ Ich höre Verzweiflung.

„Ist ihr erster Hund, stimmt’s?“ Das hingegen klingt mitleidig.

Meine Leute nicken.

Wir machen nur einen kleinen Rundgang mit mir auf den Arm. Dann geht es wieder ins Auto.

Als wir das nächste Mal anhalten, sind wir mitten im Wald.

Yippieyeh, sie haben es kapiert! Keine Leine.

Ich laufe, ich renne, ich kann in Ruhe meine Geschäfte erledigen. Dabei bleibe ich in Nähe meiner Leute, sie sind mir zwar noch fremd, aber schließlich die einzigen, die ich habe. Die Waldluft riecht herrlich, ich schnuppere an jedem Grashalm und na klar wittere ich auch so einige Hinterlassenschaften meiner Hundekollegen. Es tut so gut, sich mal wieder richtig die Pfoten zu vertreten. Eigentlich geht es mir ziemlich gut.

Wieder in der Wohnung angekommen, ziehe ich mich in mein Headquarters zurück – also unter den Tisch. Inzwischen liegt dort eine kuschelige Decke. Manchmal bin ich versucht, in das Hundekörbchen zu gehen, dass recht nah am Sofa steht, aber ich kann mich noch nicht überwinden.

Wenig später lockt mich die Frau in den Raum, den sie ihr Schlafzimmer nennt. Ich lasse mich nicht locken und bin auch nicht mit Leckerlis bestechlich. Also trägt sie mich ins Schlafzimmer. Wir legen uns auf das große Bett, ich komme dabei auf ihren Bauch. Wozu das nun wieder gut ist, wundere ich mich.

Aber… so schlecht ist die Idee nun doch wieder nicht. Ich fühle mich ziemlich geborgen und während ich mich noch darüber wundere, schlafe ich ein. Das sanfte Kraulen hinter den Ohren trägt bestens zu meiner Entspannung bei.

Danach führt die Frau Selbstgespräche. Mit mir kann sie nicht reden, das klingt anders, wie ich in den letzten 24 Stunden gelernt habe. Sie hat so ein kleines Teil am Ohr und spricht da rein. Mit meinen feinen Ohren höre ich eine andere Stimme antworten. Sitzt da etwa ein Mensch in diesem kleinen Teil?

An der Leine laufen

Dann geht es wieder auf die Wiese. Der unser-Hund-braucht-zum-Laufen-keine-Leine-Effekt war kurz, denn ich hänge schon wieder an diesem blöden Ding.

Aber nicht mit mir! Ich lege mich demonstrativ hin.

Was ist denn jetzt los? Meine Verweigerungshaltung scheint diese Leute überhaupt nicht mehr zu stören. Sie gehen einfach weiter, beachten mich nicht. Ziehen mich einfach mit.

Hey, was soll das?

Es geht langsam aber beständig weiter.

Das ist doch echt blöd!

Ich stehe auf.

Keiner nimmt Notiz von mir. Es geht immer weiter… Schritt für Schritt…

Ok, ihr habt gewonnen. Was bleibt mir anderes übrig, als mich in Bewegung zu setzen. Die Alternative – über die Wiese geschleift zu werden – macht mich noch weniger an als an der Leine zu laufen.

Erste Annäherung

Für mich ist das eine aufregende Zeit. Jeden Tag Neues entdecken. Auch meine Umgebung wird mir immer vertrauter. Eigentlich ist mir mein Headquarters auch längst zu klein geworden. Aber irgendwie traue ich mich auch nicht wirklich raus.

Soll ich? Oder soll ich nicht? Ich trau mich nicht!

Vielleicht es einfach mal wagen? Schon seit Stunden kümmert sich niemand um mich. Sie liegen auf dem Sofa, schauen auf dieses große flimmernde Ding an der Wand.

Das Sofa sieht bequem aus. Ein paar Schrittchen könnte ich mich ja mal aus dem sicheren Headquarters herauswagen. Eins… zwei… drei… niemand sieht zu mir…. vier… fünf… sechs weitere Schritte.

Noch immer beachtet mich keiner. Auf dem Sofa wäre noch genug Platz für mich.

Nur noch wenige Schritte und ich bin da. Keiner schaut. Eigentlich würde ich gern da hoch. Nur wie? Das ist zu hoch. Ich rolle mich erst einmal auf dem Teppich zusammen.

Hey die können hellsehen. Am Abend steht ein Hocker am Sofa. Jetzt schaffe ich es. Ganz vorsichtig… ich lege mich einfach dazu…

 

Irgendwann ist da eine Hand, die mir sanft über den Rücken streichelt. Mmmmm… das tut so gut!

Ich bin schon groß!

Abends gehen wir noch mal auf die Wiese. Danach wollen sie mich wieder in die Höhle schicken. Ich weiß schon, warum sie dies tun. Ich bin ja nicht blöd! Und nicht taub!

Ich höre, wie es in manchen um meine Stubenreinheit geht. Hallo? Hallo! Ich bin jetzt schon fünf Tage hier. Gabe es da ein Malheur? Nur ein einziges? Nein, gab es nicht!

Ich bin doch schon groß. Acht Monate alt! Ich muss nun wirklich nicht in die Höhle gesperrt werden, um über Nacht auszuhalten.

Ich tu mal so, als würde ich in die Höhle krabbeln. Schwenke vorbei. Rauf aufs Sofa. Ich rolle mich zusammen und schaue die beiden treudoof an und rolle mich dann gemütlich zusammen.

 

Sie schauen auf mich, dann sich an und nicken. „Ok, wird schon gut gehen…“

Und ob!

Angekommen

Ich liege gemütlich auf dem Sofa und während ich so vor mich hin döse, habe ich das Gefühl, dass ich es hier prima aushalten kann. Zwar habe ich nun keine Großfamilie mehr um mich herum. Aber ich habe eine neue Menschenfamilie – Mama und Papa – ganz für mich allein! Ja, ich bin angekommen!

Abschied (1/3)

Neuanfang (2/3)

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