Der Traum von Russland

Einmal mit der Transsib zu fahren, ist für viele ein Lebenstraum. Für mich war es das so nicht. Als Kind des Ostens wurde mit schon in Kindheitstagen viel über das große Land, das damals noch größer war und UdSSR hieß eingetrichtert. Als unser großer Bruder wurde das Land und seine Menschen bezeichnet. Doch während dieser große Bruder im alltäglichen Leben stets momentan war, so war seine Heimat in gleichem Maße fremd. Ich war immer zwiegespalten. Auf der einen Seite übte das kommunistische Russland so gar keinen Reiz auf mich aus. Auf der anderen Seite waren da literarische Werke wie „Krieg und Frieden“, „Die Brüder Karamasow“, „Anna Karenina“ und nicht zuletzt der Film „Dr. Schiwago“ und  die wunderschönen melancholischen Gesänge. Diese offenbarten, dass es da viel viel mehr gab und tief im Innern den Traum entstehen ließen, dieses fremde Land mit eigenen Augen zu sehen und ein Stück seiner Kultur zu erleben. Bereits 2017 fasste ich dann den Entschluss, dass es 2019 soweit sein sollte, diesen Traum zur Wirklichkeit zu machen.

Die Transsibirische Eisenbahn

Eigentlich bin ich erst bei meinen Recherchen zu der in 2019 geplanten Russlandreise konkret auf die transsibirische Eisenbahn aufmerksam geworden. Bis dahin kannte ich sie nur dem Namen nach. Am Anfang der Planung wollte ich nur Sankt Petersburg und Moskau sehen und von der in die andere Stadt mit dem Zug reisen. Dabei entdeckte ich die Streckenführung der Transsib. Je mehr ich darüber las, desto mehr faszinierte mich die Art dieses Reisens. Vor allem viele tausend Kilometer durch das Land zu reisen und so auch einen Eindruck zu erlangen, wie es außerhalb der Metropolen aussieht. Es reizte mich einfach, tiefer in das Land einzutauchen und mehr über die sprichwörtliche „russische Seele“ zu erfahren. So stellt meine Reise nach Russland zwar die Erfüllung eines lang gehegten Traumes dar, die Transsibirische Eisenbahn hingegen entdeckte ich als ein großartiges Mittel diesen Traum mit noch viel mehr Leben zu füllen.

Mögliche Reiserouten

Mit der Entscheidung für die Transsibirische Eisenbahn stellte sich fast gleichzeitig auch die Frage nach der Route. Ich fand heraus, dass es die traditionelle Route von Moskau nach Wladiwostok. 9.288 km werden hier zurückgelegt und der Zug benötigt dafür etwa eine Woche. Einmal quer durch das Land von Europa bis hinter den Ural in den asiatischen Teil des riesigen Landes. Durch ganz Sibirien bis hin zum Japanischen Meere.

Dann gibt es noch die Transmongolische Bahn. Hier geht es von Moskau bis zum Baikalsee auf der gleichen Strecke. Dann jedoch ändert die Bahn ihre Richtung und fährt nach Süden, um über Ulan Bator in der Mongolei schließlich nach Peking in China zu gelangen. Auch hier ist man etwa eine Woche unterwegs.

Die Aussicht auf der transmongolischen Route gleich drei tolle Länder und Hauptstädte kennenzulernen, ließ mein Herz spontan höherschlagen. Um ehrlich zu sein, reizt mich diese Strecke auch noch heute, aber leider reicht mein Urlaub aus nicht dafür.

Mir geht es weniger darum zu sagen, ich war schon einmal dort. Ich möchte das Land und die Leute erleben. Mag es, mir die Städte wirklich anschauen und nicht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hasten. Aber Sankt Petersburg, Moskau, Baikalsee (diesen hatte ich noch als Zwischenstop hinzugefügt), Ulan Bator, Peking – das wären roundabout 20 Tage + 7 Tage Zugfahrt + 1 Flugtag und ca. 2 Tage, weil es evtl. mit den Verbindungen nicht so klappt. Auch wenn ich diese Ort noch so gern sehen würde, diesen Reiseplan konnte ich aus Zeitmangel sofort ad acta legen.

Reiseroute Überlegungen

Für meine Reise stehen insgesamt 20 Tage zur Verfügung.

Sankt Petersburg und Peking wurden sehr schnell gecancelt. Erstere Stadt liegt so nah, dass man auch für ein verlängertes Wochenende dorthin fliegen könnte. Bei letzterer sind die Flüge erschwinglich und außerdem ist China so groß, dass es eine komplett neue Reise hergibt, genaugenommen sicherlich auch mehrere.

Damit stand die Reiseroute fest: 1 Tag – Anreise – 5 Tage Moskau – 3 Tage Zugfahrt – 7 Tage Irkutsk und Baikalsee – 1 Tag Zugfahrt –  2 Tage Ulan Bator – 1 Tag Rückflug.

Auch wenn ich wirklich in jede Richtung dachte und verschiedene Konstellationen ausprobierte, Ulan Bator blieb ein Problem. An dem Tag, an dem ich nach meinem Zeitplan von Irkutsk dorthin weiterfahren müsste, fuhr natürlich prompt kein Zug. In einem Reiseführer hatte ich mal gelesen, man solle eine Transsib-Reise von hinten zu planen beginnen. Danach konnte man das genaue Reisedatum passend festlegen. Gern hätte ich das getan, aber gebracht hätte es nicht viel. Leider kann ich – aufgrund meiner Berufstätigkeit – nicht flexibel reisen, was die Daten angeht.

Ulan Bator auf zwei Tage zu kürzen, macht in meinen Augen nicht viel Sinn. Drei Tage sind eigentlich schon viel zu kurz, vor allem wenn man aus der Stadt raus und in die atemberaubende Natur rein möchte. Blieb die Alternative Irkutsk und den Baikalsee zu verkürzen. Das hätte jedoch zur Folge, alles irgendwie nur halb zu machen. So wurde auch Ulan Bator gestrichen.

Meine Reiseroute

Jetzt steht sie fest:

1 Tag – Anreise – 5 Tage Moskau – 3 Tage Zugfahrt – 7 Tage Irkutsk und Baikalsee – 1/2 Tag Bahnfahrt – 2,5 Tage Ulan Ude – 1 Tag Rückflug

Zwischenzeitlich kam mir dann die Idee nicht nach Listwjanka zu gehen, um von dort aus den Baikalsee zu erkunden. Ich hatte gelesen, dass Listwjanka doch sehr touristisch sein soll. Stattdessen hatte ich die Insel Olchon ins Auge gefasst, die als Perle des Baikals bezeichnet wird.

Aber nicht nur die Reiseroute will sorgfältig geplant werden. Auch der Zeitpunkt der Reise spielt eine Rolle. Sommer oder Winter? Diese Frage stellt sich als erstes. Obwohl mich eine Transsib Reise im Winter durchaus reizt, habe ich mich doch für den Sommer entschieden. Oder besser gesagt für das späte Frühjahr, in den Sommermonaten Juli/August stelle ich mir vor, besonders in der Baikalregion auf zu viele Touristen zu treffen.

Um Dinge wie das Visum oder die Bahntickets kann man sich erst relativ spät kümmern. Um die Flüge braucht man sich auch keine Sorgen zu machen, da reicht eine Buchung von 4 – 3 Monaten vor Abreise allemal aus.

Hotelbuchung allgemein

Wie sicher schon an anderer Stelle erwähnt, zählt bei den Hotels für mich die Lage, die Lage und nochmals die Lage. In zweiter Linie natürlich der Preis und dann die Ausstattung. Generell kommt für mich nur ein persönliches Zimmer und dazugehörendem Bad infrage. Aus dem Schlafsaalalter bin ich lange raus. Badezimmer, die man sich mit anderen teilen muss, finde ich jetzt auch nicht so prickelnd. Ansonsten stehen bei der Ausstattung WLAN und ein Kühlschrank ganz oben auf der Wunschliste. Ein Balkon ist schön, besonders wenn die Aussicht stimmt und ein breites Bett ebenso. Frühstück kann von Vorteil sein. Obwohl ich nicht der Morgens-Frühstücken-Mensch bin, kann es bei ausgedehnten Touren durchaus angenehm sein, nicht mit komplett leerem Magen loszuziehen. Ansonsten bin ich flexibel. Und ich kann nur sagen, dass ich für eine richtig gute Lage auch zu Abstrichen bereit bin, nur eben nicht was ein privates Zimmer angeht. Leider haben Unterkünfte, die diese Anspräche erfüllen auch ihren Preis. Ist man nicht bereit, diesen zu zahlen, empfehle ich darauf zu achten, wenigstens eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu haben.

Hotelbuchung meine Russland Reise

Moskau habe ich zuerst gebucht. In Moskau habe ich versucht ein Hotel im inneren Ring zu finden. Zentral, verkehrsgünstig und bezahlbar sollte es sein. Nach einigem Suchen fand ich genau mein Hotel. Es hat eine Traumlage, denn man kann von dort aus Fuß de in 15 Minuten Roten Platz erreichen. Der Preis ist akzeptabel, richtig gut, wenn man gedenkt, dass wir über ein 4-Sterne-Haus reden. Aber es gibt auch Abstriche. Ich hätte gern eine Unterkunft gehabt, die in einem imposanten historischen Gebäude liegt und ein wenig das Flair des alten Russlands ausstrahlt. Das trifft eher nicht zu, denn die Aufnahmen des Hotels lassen dieses doch als modern erkennen.

Dann benötigte ich noch eine Nacht in Irkutsk. Für eine Nacht musste es nichts besonderes sein. Einfach eine Unterkunft, die nicht allzu weit sowohl vom Stadtzentrum als auch vom Bahnhof entfernt ist.

Mit den sechs Nächten am Baikalsee sah das schon ganz anders aus. Hier wollte ich so nah wie möglich am See sein, damit ich sowohl Sonnenauf- als auch Sonnenuntergang ohne viel Aufwand – und zu früh aufstehen zu müssen – fotografieren zu können. Ich hatte mir zuerst das ehemalige Intertourist Hotel ausgesucht. Dieses liegt zwar nicht nah am See, man soll aber eine tolle Aussicht auf diesen haben. Und das Hotel ist sehr günstig. Leider hatte ich nie eine Chance, dort ein Zimmer zu buchen. Zuerst war der Zeitraum noch nicht verfügbar und dann ausgebucht. Ebenso erging es mir mit dem Majak, einem 4-Sterne-Haus mitten im Zentrum. Keine Ahnung, ob mir das am Ende nicht zu teuer geworden wäre, aber ich hätte wenigstens gern die Wahl gehabt. Gebucht habe ich an Ende ein Hotel direkt am See und günstig. Dass es auf den Bildern nicht soooo toll aussieht, muss ich in Kauf nehmen.

Für die letzten drei Nächte in Ulan Ude habe ich etwas Nettes – zumindest sieht es auf den Fotos so aus – nahe dem Stadtzentrum gefunden.

Und nun?

Nun, nach der Buchung der Hotels bleibt mir nichts weiter zu tun als Reiseführer zu lesen und mit der Internetrecherche fortzufahren. Der nächste Schritt wird es sein, die Flüge zu buchen, dann die Tickets für die Transsib und etwa zeitgleich das Visum zu beantragen. Aber bis dahin werden noch einige Monate vergehen…

Update 29.09.2018

Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… so auch in Bezug auf meine Reiseplanung. Diverse Gründe haben dazu geführt, dass die Reise mit der Transsib erst einmal verschoben werden musste. Nicht abgesagt, sondern auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Die Vorbereitungen sind ja nicht weg… alle Überlegungen und Recherchen lassen sich auch später nutzen.

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